Exkursion der 10a und des 12. Jahrgangs
Auf den Spuren des religiösen Lebens in Berlin
„Ich bin sehr froh, dass wir diese Exkursion gemacht haben. Sie hat viele neue Eindrücke vermittelt und bleibt in guter Erinnerung.“
Bei wechselhaftem und schwülem Sommerwetter machten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a sowie des 12. Jahrgangs auf den Weg nach Berlin. Rund 60 Jugendliche aus den Religions- und Philosophiekursen erkundeten die Hauptstadt aus unterschiedlichen Perspektiven. Natürlich durfte dabei auch das obligatorische Gruppenfoto vor dem Reichstagsgebäude nicht fehlen.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand das religiöse und gesellschaftliche Leben in der vielfältigen Metropole Berlin. Die Schülerinnen und Schüler konnten zwischen drei Exkursionszielen wählen: dem Jüdischen Museum Berlin, dem Dokumentationszentrum Topographie des Terrors und der Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln. Jede Station eröffnete einen eigenen Zugang zu Religion, Geschichte und gesellschaftlichem Zusammenleben.
„Es war sehr spannend, etwas über das Judentum zu erfahren.“
Im Jüdischen Museum beschäftigten sich die Teilnehmenden vor allem mit den Beziehungen zwischen Judentum und Islam. Während der Führung wurde deutlich, wie eng beide Religionen historisch miteinander verbunden sind. Neben Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Glauben standen auch persönliche Lebensgeschichten im Mittelpunkt. Diese machten anschaulich, wie vielfältig religiöse Traditionen heute gelebt werden. Darüber hinaus wurde ein Blick auf die historischen und aktuellen Beziehungen zwischen Juden und Muslimen geworfen, die sowohl von gemeinsamen Wurzeln als auch von politischen Konflikten geprägt sind.
„Die Topographie des Terrors hat die Zeit des Nationalsozialismus viel greifbarer gemacht.“
Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors führte die Schülerinnen und Schüler an einen der bedeutendsten Erinnerungsorte Deutschlands. Die Ausstellung informiert über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die zentrale Rolle von SS und Polizei im „Dritten Reich“. Historische Fotografien, Dokumente, Zeitzeugenberichte und Hintergrundtexte verdeutlichen die systematische Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen in Deutschland und Europa.
Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich von den Ausstellungsinhalten tief bewegt. Die Begegnung mit den historischen Quellen machte deutlich, welche Folgen Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und diktatorische Herrschaft haben können.
„Der Besuch der Şehitlik-Moschee war sehr spannend. Besonders gut fand ich, wie offen und anschaulich unser Guide alles erklärt hat.“
In der Şehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in das religiöse Leben muslimischer Gemeinden in Deutschland. Die erst 2005 im osmanischen Stil errichtete Moschee dient insbesondere den Musliminnen und Muslimen aus Neukölln und Kreuzberg als Gebetsstätte und religiöses Zentrum.
Besonders eindrucksvoll war die offene und persönliche Führung. Die Referentin berichtete nicht nur über den Islam, die Architektur der Moschee und religiöse Traditionen, sondern auch über ihre eigenen Erfahrungen als muslimische Frau. Ein besonderes Erlebnis war die Möglichkeit, einem Mittagsgebet beizuwohnen. Einige muslimische Schülerinnen und Schüler nahmen selbst daran teil und konnten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern dadurch einen authentischen Einblick in ihre Glaubenspraxis geben.
„Die Mischung aus Freizeit und schulischen Aktivitäten hat perfekt funktioniert.“
Neben den Programmpunkten blieb ausreichend Zeit, Berlin auf eigene Faust zu entdecken. In kleinen Gruppen erkundeten die Jugendlichen die Stadt, besuchten weitere Sehenswürdigkeiten oder genossen das vielfältige kulinarische Angebot der Hauptstadt. Viele nutzten die Gelegenheit, die besondere Atmosphäre Berlins auf sich wirken zu lassen.
Ein langer, aber lohnender Tag
Der Exkursionstag begann bereits um 6.50 Uhr und endete – auch aufgrund einer Bahnverspätung – erst gegen 22.15 Uhr. Trotz des langen Tages waren die Rückmeldungen durchweg positiv. Viele Schülerinnen und Schüler betonten, wie informativ, abwechslungsreich und bereichernd die Exkursion gewesen sei.
Für die begleitenden Lehrkräfte war die Fahrt ein gelungener und würdiger Abschluss des gemeinsamen Unterrichts in Religion und Philosophie. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, wie wertvoll außerschulische Lernorte für das Verständnis von Religion, Geschichte und gesellschaftlichem Zusammenleben sein können.
Text und Fotos: Martin Rosenkranz
Zitate: Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs und der 10a
